Fachartikel · Krankheitsbild
    25. Juli 2026SmartPflege24 Fachredaktion

    Dekubitus: Ratgeber zur Wundversorgung & Vorbeugung

    Ein Dekubitus (Druckgeschwür) ist eine ernste Haut- und Gewebeschädigung. Unser Ratgeber erklärt verständlich Ursachen, Stadien, Prophylaxe und moderne Wundversorgung.

    Dekubitus: Ratgeber zur Wundversorgung & Vorbeugung – SmartPflege24

    Überblick: Was ist ein Dekubitus und warum ist er so bedeutsam?

    Ein Dekubitus, umgangssprachlich auch als Druckgeschwür oder Wundliegen bekannt, ist weit mehr als nur eine oberflächliche Hautrötung. Es handelt sich um eine ernstzunehmende, oft schmerzhafte Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Verursacht wird sie durch langanhaltenden Druck auf bestimmte Körperstellen, der die Blutzirkulation unterbindet und das Gewebe absterben lässt. Besonders gefährdet sind Menschen, die in ihrer Mobilität stark eingeschränkt sind, etwa durch Krankheit, Alter oder eine Behinderung.

    Die Pflege und Versorgung eines Menschen mit hohem Dekubitusrisiko oder einem bereits bestehenden Druckgeschwür ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Wissen, Sorgfalt und Empathie erfordert. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist die Situation oft belastend und mit vielen Fragen verbunden. Was sind die ersten Anzeichen? Wie kann man vorbeugen? Und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer bestehenden Wunde?

    Als spezialisierter ambulanter Pflegedienst hier in Schorndorf und im gesamten Rems-Murr-Kreis wissen wir bei SmartPflege24 um die Sorgen und Nöte, die mit diesem Thema verbunden sind. In diesem umfassenden Ratgeber möchten wir Ihnen verständliche, fachlich fundierte und praxisnahe Informationen an die Hand geben. Von den Ursachen über die verschiedenen Stadien bis hin zur modernen Wundversorgung und den Möglichkeiten der Unterstützung durch Kranken- und Pflegekasse – wir begleiten Sie Schritt für Schritt. Unser Ziel ist es, Ihnen Sicherheit zu geben und Ihnen zu zeigen, dass Sie mit dieser Herausforderung nicht allein sind.

    Krankheitsbild: Das Druckgeschwür und seine Entstehung

    Ein Dekubitus ist definiert als eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes, die typischerweise über knöchernen Vorsprüngen entsteht. Die Hauptursache ist anhaltender Druck, oft in Kombination mit sogenannten Scherkräften. Stellen Sie sich vor, wie ein Gartenschlauch abgeknickt wird: Das Wasser kann nicht mehr fließen. Ähnlich ergeht es dem Blut in den feinen Gefäßen (Kapillaren) unserer Haut, wenn es durch Druck zum Erliegen kommt.

    Ohne die stetige Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen beginnen die Zellen in diesem Bereich zu leiden und sterben schließlich ab. Die Schwere der Schädigung hängt dabei von zwei entscheidenden Faktoren ab: der Höhe des Drucks und der Dauer der Druckeinwirkung. Schon ein relativ geringer Druck kann bei langer Einwirkzeit zu einem schweren Dekubitus führen. Umgekehrt kann auch ein hoher Druck, der nur kurz einwirkt, bereits erste Schäden verursachen.

    Besonders gefährdet sind Körperregionen, an denen die Knochen nur von einer dünnen Haut- und Fettschicht bedeckt sind. Dazu gehören je nach Körperlage:

    • In Rückenlage: Hinterkopf, Schulterblätter, Ellenbogen, Kreuzbein und Fersen.
    • In Seitenlage: Ohrmuscheln, Schultergelenke, Rippen, Hüftknochen (Trochanter major), Kniegelenke und Fußknöchel.
    • Im Sitzen (z.B. im Rollstuhl): Sitzbeinhöcker und Fersen.

    Die internationale Klassifikation (nach NPIAP/EPUAP) teilt einen Dekubitus in verschiedene Kategorien ein, die den Schweregrad der Gewebeschädigung beschreiben. Dieses System hilft Pflegefachkräften und Ärzten, den Zustand der Wunde einheitlich zu bewerten und die richtige Therapie einzuleiten.

    Ursachen & Risikofaktoren: Warum entsteht ein Dekubitus?

    Die primäre Ursache für die Entstehung eines Dekubitus ist, wie bereits erwähnt, langanhaltender und intensiver Druck. Doch in der Praxis spielen meist mehrere Faktoren zusammen, die das individuelle Risiko eines Menschen erheblich erhöhen. Das Erkennen dieser Risikofaktoren ist der erste und wichtigste Schritt in der Vorbeugung (Prophylaxe).

    Hauptursachen:

    • Druck: Das Körpergewicht, das auf eine kleine Fläche einwirkt, komprimiert die Blutgefäße und stoppt die Durchblutung.
    • Scherkräfte: Diese entstehen, wenn verschiedene Gewebeschichten gegeneinander verschoben werden. Ein klassisches Beispiel ist das Hochziehen eines Patienten im Bett, anstatt ihn anzuheben und neu zu lagern. Dabei wird die Haut am Laken „festgehalten“, während die tieferen Schichten mit den Knochen mitrutschen. Dies führt zu einer Verdrillung und zum Abriss von Blutgefäßen.
    • Reibung: Sie schädigt die oberste Hautschicht (Epidermis) und macht sie anfälliger für weitere Schäden. Reibung entsteht zum Beispiel durch unruhiges Rutschen im Bett oder an schlecht sitzender Kleidung.

    Wichtige Risikofaktoren:

    • Immobilität: Die Unfähigkeit, selbstständig die Position zu verändern, ist der größte Risikofaktor. Dies betrifft bettlägerige oder auf den Rollstuhl angewiesene Personen, aber auch Patienten nach Operationen, im Koma oder mit Lähmungen.
    • Ernährungszustand: Mangelernährung, insbesondere ein Mangel an Eiweiß, Vitaminen (v.a. Vitamin C) und Zink, schwächt die Haut und verlangsamt die Wundheilung. Ein geringes Körpergewicht bedeutet zudem weniger schützendes Fettpolster über den Knochen.
    • Flüssigkeitsmangel (Dehydratation): Trockene, unelastische Haut ist verletzlicher.
    • Inkontinenz: Die ständige Feuchtigkeit durch Urin oder Stuhl weicht die Haut auf (Mazeration) und schädigt ihren natürlichen Säureschutzmantel. Aggressive Substanzen im Stuhl können die Haut zusätzlich reizen.
    • Sensorische Störungen: Wenn Betroffene Schmerz oder Druck nicht mehr wahrnehmen können (z.B. bei Diabetes mellitus, Querschnittslähmung, nach einem Schlaganfall), fehlt das natürliche Warnsignal, das zu einer Positionsveränderung anregt.
    • Durchblutungsstörungen: Erkrankungen wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), Diabetes oder Herzschwäche verschlechtern die Versorgung des Gewebes von vornherein.
    • Hohes Alter: Die Haut wird im Alter dünner, trockener und verliert an Elastizität und Fettpolstern.
    • Bewusstseinsstörungen: Sedierung, Demenz oder Koma schränken die Eigenbewegung und Wahrnehmung stark ein.

    Eine sorgfältige Einschätzung dieser Risiken ist die Grundlage jeder professionellen Pflege. Spezialisierte Skalen (z.B. die Braden-Skala) helfen uns als Pflegedienst dabei, das individuelle Risiko objektiv zu bewerten und gezielte Maßnahmen zu planen.

    Symptome & Verlauf: Die vier Kategorien eines Dekubitus

    Ein Dekubitus entwickelt sich stufenweise. Das frühzeitige Erkennen der ersten Anzeichen ist entscheidend, um ein Fortschreiten zu verhindern. Die Symptome variieren je nach Schweregrad, der international in vier Hauptkategorien eingeteilt wird.

    Kategorie 1: Nicht wegdrückbare Rötung

    Das erste Alarmzeichen ist eine umschriebene, anhaltende Hautrötung über einem Knochenvorsprung. Das Besondere daran ist: Wenn Sie mit dem Finger auf die Rötung drücken (der sogenannte „Fingertest“), bleibt sie bestehen und wird nicht kurzzeitig weiß. Die Haut ist intakt, kann aber auch wärmer, verhärtet oder schmerzempfindlich sein. In diesem Stadium ist die Schädigung noch umkehrbar, wenn sofort für eine vollständige Druckentlastung gesorgt wird.

    Kategorie 2: Teilverlust der Haut

    Die Schädigung hat nun die oberste Hautschicht (Epidermis) und Teile der Lederhaut (Dermis) erfasst. Es zeigt sich eine offene, flache Wunde mit einem rot-rosafarbenen Wundbett oder eine intakte bzw. offene, mit Flüssigkeit gefüllte Blase. Es ist kein tiefer Krater sichtbar und es liegt noch kein abgestorbenes Gewebe (Nekrose) vor. Die Wunde ist oft sehr schmerzhaft.

    Kategorie 3: Vollständiger Hautverlust

    Alle Hautschichten sind zerstört. Das Unterhautfettgewebe ist sichtbar, aber Knochen, Sehnen oder Muskeln liegen noch nicht frei. Die Wunde erscheint als tiefer Krater. Es können Beläge aus abgestorbenem Gewebe (gelblich, gräulich) oder Wundschorf (Nekrose, schwarz) vorhanden sein. Die Tiefe des Dekubitus variiert je nach anatomischer Lokalisation. An Stellen mit wenig Fettgewebe (z.B. Nase, Ohr) kann die Wunde sehr flach sein, während sie am Gesäß sehr tief sein kann.

    Kategorie 4: Vollständiger Gewebeverlust

    Dies ist der schwerste Grad. Der Gewebeverlust ist so ausgedehnt, dass Knochen, Sehnen oder Muskeln freiliegen oder direkt tastbar sind. Oft sind große Teile des Wundbetts mit Belägen oder schwarzem Schorf bedeckt. Es besteht ein sehr hohes Risiko für eine schwere Infektion, die bis auf die Knochen übergreifen kann (Osteomyelitis) und lebensbedrohlich ist. In diesem Stadium sind oft chirurgische Eingriffe notwendig.

    Zusätzlich gibt es zwei Sonderformen: den „Dekubitus ohne Kategoriezuordnung“, bei dem die Tiefe aufgrund von Belägen oder Schorf nicht beurteilbar ist, und die „vermutete tiefe Gewebeschädigung“, bei der sich unter intakter Haut ein bläulich-violetter Fleck oder eine blutgefüllte Blase zeigt, die auf eine Schädigung in der Tiefe hindeutet.

    Diagnose & ärztliche Abklärung: Der erste Schritt zur Heilung

    Die Feststellung und Einordnung eines Dekubitus ist eine ärztliche Aufgabe. Wenn Sie als Angehöriger oder Betroffener eine Hautveränderung bemerken, die auf ein Druckgeschwür hindeuten könnte, ist es unerlässlich, umgehend einen Arzt oder eine Ärztin zu konsultieren. Nur so kann eine korrekte Diagnose gestellt und die richtige Therapie eingeleitet werden.

    Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine genaue Inspektion der Haut. Der Arzt wird dabei:

    • Die betroffene Stelle genau untersuchen und den Fingertest durchführen.
    • Die Größe (Länge, Breite) und Tiefe der Wunde exakt vermessen.
    • Den Zustand des Wundgrundes und des Wundrandes beschreiben (z.B. Farbe, Beläge, Granulationsgewebe).
    • Auf Anzeichen einer Infektion achten (z.B. starke Rötung, Schwellung, Eiter, unangenehmer Geruch, zunehmende Schmerzen).
    • Eine Fotodokumentation anlegen, um den Heilungsverlauf objektiv verfolgen zu können.

    Bei Verdacht auf eine Infektion kann ein Wundabstrich für eine mikrobiologische Untersuchung notwendig sein. Bei tiefen Wunden (Kategorie 4) können zudem bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz kommen, um eine Beteiligung des Knochens auszuschließen. Unsere erfahrenen Pflegefachkräfte von SmartPflege24 arbeiten eng mit den behandelnden Ärzten, zertifizierten Wundmanagern und Sanitätshäusern zusammen. Wir unterstützen bei der Umsetzung der ärztlichen Anordnungen und dokumentieren den Wundverlauf lückenlos, was für die Beurteilung des Therapieerfolgs unerlässlich ist.

    Therapie & pflegerische Versorgung: Moderne Wundversorgung in der Praxis

    Die Behandlung eines Dekubitus ist komplex und erfordert ein multimodales Konzept, das weit über das bloße Aufkleben eines Pflasters hinausgeht. Die Therapieziele sind stets: Druckentlastung, Schaffung eines optimalen Wundmilieus, Infektionskontrolle und die Förderung der körpereigenen Heilungskräfte.

    Das A und O: Konsequente Druckentlastung
    Die wichtigste und grundlegendste Maßnahme ist die sofortige und vollständige Druckentlastung des betroffenen Areals. Ohne diesen Schritt kann keine Wunde heilen. Dies wird erreicht durch:

    • Regelmäßige Positionswechsel (Umlagerung): Ein fester Lagerungsplan legt fest, in welchen Intervallen die Position des Patienten verändert wird (z.B. alle 2-4 Stunden), um den Druck auf verschiedene Körperstellen zu verteilen.
    • Spezielle Lagerungstechniken: Techniken wie die 30°-Seitenlagerung oder die 135°-Lagerung entlasten gezielt die Risikobereiche wie das Kreuzbein.
    • Druckverteilende Hilfsmittel: Spezielle Antidekubitus-Matratzen und Sitzkissen verteilen das Körpergewicht auf eine größere Fläche.

    Moderne, phasengerechte Wundversorgung
    Die Zeiten, in denen man Wunden „an der Luft trocknen“ ließ, sind vorbei. Die moderne Wundversorgung setzt auf das Prinzip der feuchten Wundheilung. Ein feuchtes Wundmilieu fördert das Zellwachstum, erleichtert den Abbau von Belägen und reduziert das Infektionsrisiko sowie den Schmerz beim Verbandswechsel. Je nach Wundstadium und -zustand kommen unterschiedliche, hoch entwickelte Wundauflagen zum Einsatz:

    • Phase der Wundreinigung (Exsudationsphase): In dieser Phase ist die Wunde oft mit Belägen oder Nekrosen bedeckt und sondert viel Flüssigkeit (Exsudat) ab. Hier werden stark saugende Materialien wie Alginate (aus Meeresalgen) oder Hydrofasern eingesetzt, die die Wunde reinigen. Manchmal ist auch eine chirurgische oder enzymatische Abtragung von totem Gewebe (Debridement) durch den Arzt oder Wundexperten nötig.
    • Phase der Gewebeneubildung (Granulationsphase): Sobald die Wunde sauber ist, beginnt der Körper, neues, rosarotes Gewebe (Granulationsgewebe) zu bilden. Hier kommen Auflagen zum Einsatz, die das feuchte Milieu aufrechterhalten und das empfindliche neue Gewebe schützen, z.B. Schaumstoffverbände oder Hydrokolloide.
    • Phase des Wundverschlusses (Epithelisierungsphase): In der letzten Phase wachsen neue Hautzellen vom Wundrand aus über die Wunde. Dünne, transparente Folienverbände oder Hydrokolloide schützen diese zarten Zellen und fördern ihren Wachstumsprozess.

    Die Auswahl der richtigen Wundauflage und die Frequenz des Verbandswechsels sind Aufgaben für geschultes Fachpersonal. Als Pflegedienst stellen wir sicher, dass die Versorgung nach den neuesten wissenschaftlichen Standards und in enger Absprache mit dem Arzt erfolgt.

    Unterstützende Maßnahmen
    Eine gute Wundheilung ist nur möglich, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören eine ausgewogene, eiweiß- und vitaminreiche Ernährung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Behandlung von Grunderkrankungen. Auch eine adäquate Schmerztherapie ist für das Wohlbefinden des Patienten von großer Bedeutung.

    Hilfsmittel & Alltag: Unterstützung für Prävention und Pflege

    Eine Vielzahl an Hilfsmitteln kann den Alltag von dekubitusgefährdeten Menschen und ihren pflegenden Angehörigen maßgeblich erleichtern und die Wirksamkeit der Prophylaxe und Therapie steigern. Diese Hilfsmittel werden in der Regel vom Arzt verordnet und von der Krankenkasse übernommen.

    • Antidekubitus-Matratzen und -Systeme: Es gibt verschiedene Arten von Matratzen, die den Auflagedruck reduzieren. Weichlagerungsmatratzen (z.B. aus Schaumstoff) verteilen den Druck auf eine größere Fläche. Wechseldrucksysteme bestehen aus Luftkammern, die von einer Pumpe abwechselnd be- und entlüftet werden, sodass der Druckpunkt ständig verlagert wird. Die Auswahl des richtigen Systems hängt vom individuellen Risiko und dem Zustand des Patienten ab.
    • Lagerungshilfen: Spezielle Kissen, Rollen oder Keile aus Schaumstoff helfen dabei, den Patienten sicher und stabil in einer druckentlastenden Position zu lagern. Sie verhindern, dass der Patient auf die gefährdeten Knochenvorsprünge zurückrollt.
    • Sitzkissen für den Rollstuhl: Für Menschen, die viel sitzen, sind spezielle Antidekubitus-Sitzkissen (z.B. aus Gel, Schaumstoff oder mit Luftkammern) unerlässlich, um die Sitzbeinhöcker zu entlasten.
    • Hautschutzprodukte: pH-neutrale Waschlotionen und spezielle Hautschutzcremes (z.B. als Barriere bei Inkontinenz) helfen, die Hautbarriere intakt zu halten. Es ist wichtig, keine fetthaltigen Salben wie Melkfett oder Vaseline zu verwenden, da diese die Poren verschließen und die Hautatmung behindern.
    • Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: Für die tägliche Pflege und Hygiene können Sie als Person mit anerkanntem Pflegegrad eine Pflegebox kostenlos anfordern. Diese enthält wichtige Verbrauchsmaterialien wie Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen, die auch bei der Wundversorgung hygienische Bedingungen sicherstellen.

    Pflegeleistungen bei SmartPflege24 im Rems-Murr-Kreis

    Bei SmartPflege24 in Schorndorf sind wir auf die Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in ihrem vertrauten Zuhause spezialisiert – gerade auch bei komplexen Krankheitsbildern, die ein hohes Dekubitusrisiko bergen. Unsere qualifizierten Pflegefachkräfte bringen das nötige Fachwissen und die Erfahrung mit, um einen Dekubitus professionell zu versorgen und, noch wichtiger, seiner Entstehung aktiv vorzubeugen.

    Unsere Leistungen im Bereich Dekubitusmanagement umfassen:

    • Professionelle Risikoeinschätzung: Wir beurteilen das individuelle Dekubitusrisiko unserer Patienten und erstellen einen maßgeschneiderten Prophylaxeplan.
    • Fachgerechte Lagerung: Wir schulen Angehörige in den richtigen Lagerungstechniken und führen die Positionswechsel im Rahmen unserer Pflegetouren oder einer 24-Stunden-Pflege zu Hause durch.
    • Moderne Wundversorgung: Im Rahmen der ärztlich verordneten Behandlungspflege (§37 SGB V) übernehmen unsere examinierten Fachkräfte die komplette Wundversorgung nach aktuellen pflegewissenschaftlichen Standards.
    • Koordination und Kommunikation: Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen Patient, Angehörigen, Hausarzt, Fachärzten und Wundexperten. Eine lückenlose Kommunikation und Dokumentation ist für uns selbstverständlich.

    Insbesondere im Bereich der außerklinische Intensivpflege, zum Beispiel bei Patienten, die eine Heimbeatmung benötigen oder ein Tracheostoma haben, ist die Dekubitusprophylaxe ein zentraler Bestandteil unserer 1:1-Versorgung. Auch die anspruchsvolle Tracheostoma-Pflege kann Druckstellen verursachen, die wir gezielt vermeiden. Wenn Sie einen zuverlässigen Partner für die Pflege zu Hause suchen, beginnt der Weg bei uns mit einer unverbindlichen und persönlichen Patientenaufnahme und Beratung.

    Kostenübernahme & Pflegekasse: Wer bezahlt die Behandlung?

    Die Finanzierung der Dekubitus-Versorgung ist auf zwei Säulen des deutschen Sozialsystems verteilt: die Krankenversicherung (SGB V) und die Pflegeversicherung (SGB XI).

    Krankenkasse (SGB V): Die Behandlung eines bestehenden Dekubitus gilt als medizinische Notwendigkeit. Die Kosten für die ärztliche Behandlung, die Verbandsmaterialien und die Durchführung der Wundversorgung durch einen ambulanten Pflegedienst (als „häusliche Krankenpflege“) werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung. Auch spezielle Hilfsmittel wie Antidekubitus-Matratzen werden vom Arzt verordnet und von der Kasse bezahlt oder leihweise zur Verfügung gestellt. Mehr Details finden Sie unter Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

    Pflegekasse (SGB XI): Die Maßnahmen zur Vorbeugung (Prophylaxe) eines Dekubitus sind Teil der allgemeinen pflegerischen Versorgung. Die Kosten dafür werden über die Leistungen der Pflegeversicherung finanziert, also über das Pflegegeld (bei Pflege durch Angehörige) oder die Pflegesachleistungen (bei Versorgung durch einen Pflegedienst). Dazu gehören die Hilfe bei der Körperpflege, Hautpflege und die regelmäßige Umlagerung. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach dem festgestellten Pflegegrad. Einen allgemeinen Überblick über die Finanzierung geben wir Ihnen auf unserer Seite zu Kosten & Pflegekasse.

    Tipps für pflegende Angehörige: Was Sie selbst tun können

    Als pflegende Angehörige spielen Sie eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung von Druckgeschwüren. Ihre tägliche Aufmerksamkeit und Fürsorge sind von unschätzbarem Wert. Hier einige praktische Tipps:

    1. Tägliche Hautinspektion: Nehmen Sie sich bei der täglichen Körperpflege Zeit, die Haut Ihres Angehörigen genau zu betrachten, insbesondere an den gefährdeten Stellen. Achten Sie auf Rötungen und lassen Sie sich nicht scheuen, den Fingertest zu machen.
    2. Hautpflege: Halten Sie die Haut sauber und trocken. Verwenden Sie milde, pH-neutrale Reinigungsprodukte und tupfen Sie die Haut sanft trocken, anstatt zu reiben. Bei Inkontinenz wechseln Sie die Vorlagen regelmäßig und schützen Sie die Haut mit einer geeigneten Barrierecreme.
    3. Bewegung fördern: Jede kleine Bewegung zählt. Ermutigen Sie zu Positionswechseln, auch wenn es nur kleine „Mikrolagerungen“ sind (z.B. das Verlagern des Gewichts von einer Gesäßhälfte auf die andere).
    4. Für richtige Lagerung sorgen: Lassen Sie sich von einem Pflegedienst wie SmartPflege24 zeigen, wie Sie Ihren Angehörigen körperschonend und effektiv umlagern können. Verwenden Sie Kissen zur Unterstützung.
    5. Achten Sie auf Ernährung und Trinken: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß und genügend Flüssigkeit stärkt die Haut von innen.
    6. Ziehen Sie frühzeitig professionelle Hilfe hinzu: Zögern Sie nicht, bei ersten Anzeichen oder Unsicherheiten den Hausarzt oder einen ambulanten Pflegedienst zu kontaktieren. Sie müssen diese Aufgabe nicht alleine bewältigen.

    FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Dekubitus

    Was genau prüft der Fingertest?

    Der Fingertest ist eine einfache Methode, um eine Dekubitus-gefährdete Rötung (Kategorie 1) von einer harmlosen, temporären Druckstelle zu unterscheiden. Man drückt für einige Sekunden mit dem Finger auf die gerötete Stelle. Verschwindet die Rötung und wird die Stelle kurzzeitig weiß, ist die Durchblutung intakt. Bleibt die Rötung bestehen („nicht wegdrückbar“), ist dies ein Alarmsignal für eine beginnende Gewebeschädigung.

    Kann ein Dekubitus wieder vollständig heilen?

    Ja, insbesondere im Frühstadium (Kategorie 1 und 2) kann ein Dekubitus bei konsequenter Druckentlastung und richtiger Pflege vollständig und ohne Narbenbildung abheilen. Bei tieferen Wunden (Kategorie 3 und 4) ist die Heilung ein langwieriger Prozess, der Wochen oder Monate dauern kann. Hier bleibt in der Regel eine Narbe zurück. Die Heilungschancen hängen stark vom Allgemeinzustand des Patienten, der Ernährung und der Qualität der Wundversorgung ab.

    Wie oft muss man einen Patienten umlagern?

    Es gibt keine pauschale Regel, die für alle gilt. Das individuelle Lagerungsintervall hängt vom Risikograd, dem Hautzustand, den verwendeten Hilfsmitteln und den Vorlieben des Patienten ab. Früher galt die „2-Stunden-Regel“ als Standard. Heute weiß man, dass der Plan individuell angepasst werden muss. Auf modernen Wechseldrucksystemen können die Intervalle oft verlängert werden. Ein professioneller Pflegeplan legt die Frequenz fest.

    Welche Körperstellen sind bei Rollstuhlfahrern besonders gefährdet?

    Bei Menschen, die dauerhaft im Rollstuhl sitzen, lastet der Großteil des Körpergewichts auf den Sitzbeinhöckern. Diese sind daher die am häufigsten betroffene Stelle. Weitere Risikopunkte sind der Bereich des Kreuzbeins und Steißbeins (durch leichtes Nach-hinten-Rutschen), die Fersen (wenn sie auf den Fußstützen aufliegen) und die Schulterblätter sowie die Wirbelsäule, je nach Rückenlehne.

    Wer darf die Wundversorgung bei einem Dekubitus durchführen?

    Die Versorgung einer offenen Wunde (ab Kategorie 2) ist eine medizinische Behandlungspflege. Sie darf nur von examinierten Pflegefachkräften (z.B. von einem ambulanten Pflegedienst), von Ärzten oder von speziell ausgebildeten Wundexperten (Wundmanager, ICW-Wundexperten) durchgeführt werden. Angehörige können nach professioneller Anleitung bei der Prophylaxe und Hautpflege helfen, sollten aber nicht ohne Fachwissen eine offene Wunde versorgen.

    Verwandte Themen & Kontakt zu SmartPflege24

    Ein Dekubitus ist ein komplexes Thema, das oft im Zusammenhang mit anderen pflegerischen Herausforderungen steht. Vielleicht interessieren Sie sich auch für unsere weitere Ratgeber zu Themen wie Pflegegrade, Patientenverfügung oder zur Bewältigung des Pflegealltags.

    Die Pflege eines lieben Menschen und die Konfrontation mit einem Krankheitsbild wie dem Dekubitus können überfordern. Bitte wissen Sie, dass Sie nicht allein sind. Wir von SmartPflege24 stehen Ihnen im Rems-Murr-Kreis als kompetenter, zuverlässiger und vor allem menschlicher Partner zur Seite. Ob Sie eine konkrete Frage zur Wundversorgung haben, Unterstützung bei der täglichen Pflege benötigen oder eine umfassende Intensivpflege für einen Angehörigen organisieren müssen – wir sind für Sie da.

    Zögern Sie nicht und nehmen Sie unverbindlich Kontakt aufnehmen. In einem persönlichen Gespräch klären wir Ihre Situation und finden gemeinsam die beste Lösung für Sie und Ihre Familie.

    📚 Quellen & weiterführende Informationen

    Für diesen Fachartikel wurden folgende offizielle und wissenschaftlich anerkannte Quellen herangezogen (Abruf: 25. Juli 2026):

    1. S3-Leitlinie: Prophylaxe und Therapie von Druckgeschwüren – AWMF - Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.
    2. Druckgeschwür (Dekubitus) – Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) / gesund.bund.de
    3. Grundsatzstellungnahme: Dekubitus – Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS)

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